Seit Januar 2025 konnten wieder acht Absolvent*innen der Muthesius Kunsthochschule durch die Hochschule geförderte Atelierräume im Atelierhaus nutzen und an ihren künstlerischen und gestalterischen Projekten arbeiten.
In der Ausstellung mit Melina Bigale, Max Flachsenberg, Laura Meggers, Helena Sachs, Sander Schaper, Naiwei Tian, Tom Scheffer und Hyojung Yun sind die Medien Malerei, Film, Fotografie, Grafik, Performance, Film und Rauminstallation vertreten. Sie zeigt einen Einblick in die Arbeiten der Künstler*innen und Gestalter*innen aus ihrer Stipendienzeit.
Eröffnung am 28. August 2026 um 16.30 Uhr
Laufzeit: 29. August bis 20. September 2026
Fr & Sa: 15 bis 18 Uhr / So 13 bis 18 Uhr
Atelierhaus im Anscharpark des Kunstvereins Haus 8
Heiligendammer Straße 15
24106 Kiel
Eintritt frei!
Hyojung Yun
Hyojung Yun untersucht Porzellan und Glasur als Materialien, die auf Bewegung, Berührung, Hitze und Zeit reagieren. In *Sensitive Ground* hinterlassen Besucher:innen Spuren auf einer Bodeninstallation aus Porzellan: Die Oberfläche verändert sich und zerfällt. In *Beyond Surface* wird Glasur nicht als Beschichtung verwendet, sondern bildet den gesamten Körper der Arbeit. Beide Arbeiten machen materielle Veränderung sichtbar und zeigen Material als aktiven Partner im künstlerischen Prozess.
Material Evidence: Sensitive Ground 2026
Porzellan in verschiedenen Zuständen
280 × 60 cm
Material Evidence: Beyond Surface 2026
Selbst entwickelte Seladonglasur
46 × 25 × 29 cm
ARTIST STATEMENT
Meine künstlerische Praxis untersucht Sensibilität nicht als emotionale Eigenschaft, sondern als eine Methode der Wahrnehmung und Formbildung. Im Zentrum stehen Porzellan und Glasur – Materialien, die bereits auf kleinste Veränderungen reagieren und sich im Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Unvorhersehbarkeit bewegen. Mich interessiert nicht die vollständige Kontrolle dieser Prozesse, sondern die Beziehungen, die sich innerhalb des Materials entwickeln. Sensibilität wird dabei zu einem Werkzeug der Beobachtung und zu einer Methode, materielle Transformation sichtbar zu machen. In Sensitive Ground erscheint Porzellan in verschiedenen Stadien seiner Transformation. Die begehbare Bodeninstallation reagiert unmittelbar auf Bewegung, Berührung und Präsenz. Spuren entstehen, die Oberfläche verändert sich und das Material zerfällt. Beyond Surface führt diese Untersuchung weiter. Glasur wird von ihrer traditionellen Funktion als keramische Beschichtung gelöst und bildet den gesamten Körper der Arbeit. Durch selbst entwickelte Glasuren und mehrstufige Brennprozesse entstehen eigenständige, transluzente Strukturen.
Während Sensitive Ground die unmittelbare Reaktionsfähigkeit des Porzellans untersucht, zeigt Beyond Surface, wie sich Glasur durch Hitze, Zeit und wiederholte Prozesse zu einer autonomen materiellen Struktur entwickelt.
Naiwei Tian
Linden blüht 2026
Fotografie
Maße variabel
Text, Kioske, Bäckereien, Cafés, Schneidereien, Elektroläden, Lebensmittelläden, Imbisse, Restaurants, Kleiderläden, Buchhandlungen, Blumenläden, Teeläden… Verstreut in Linden Hannover, Herbst 2008. Oft gehe ich zu Fuß durch einen Ort, ohne ein bestimmtes Motiv oder eine feste Erzählung vorauszusetzen. Beim Gehen begegnen mir Dinge, die zunächst selbstverständlich erscheinen: Geschäfte, Straßen, Gebäude, Spuren von Nutzung oder kleine Veränderungen im vertrauten Umfeld. Durch die Kamera versuche ich, diese Begegnungen festzuhalten, ohne sie unmittelbar auf eine bestimmte Bedeutung festzulegen. Dabei interessiert mich besonders der Moment, in dem das Alltägliche für einen Augenblick nicht mehr selbstverständlich erscheint. Ein Ort kann dadurch zugleich vertraut und fremd werden. Meine Arbeiten entstehen aus dieser Spannung zwischen Beobachtung und Erfahrung, zwischen dem, was bereits bekannt scheint, und dem, was sich erst im genauen Hinsehen zeigt.
Maximilian Flachsenberg
Maximilian Flachsenberg studierte an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel mit dem Schwerpunkt Bildhauerei und schloss sein Studium 2024 mit dem Master of Fine Arts ab. Seine Installationen und Druckgrafiken kreisen um die kleinen und großen Abschiede des Alltags. Verdrängte Orte und Figuren rückt er dabei ins Zentrum und überzeichnet diese, bis das schmerzvoll Melancholische ins kurios Absurde kippt. Maximilian Flachsenberg lebt und arbeitet in Kiel und ist derzeit Stipendiat des Anscharpark Atelierstipendiums.
Turndown Service 2026
Keramik (glasiert), Acryl, Handtücher
130 x 70 cm
Sleeping Knights 2026
Ton, Gips, Acryl, Handtücher
250 x 120 cm
Von Lover Zu Lover 2026
Keramik (glasiert), Bleistift
150 x 60 cm
http://www.maximilian-flachsenberg.de/
#maximilian_flachsenberg